Spiel-Tisch

Eine Interaktive Klang-Bild-Installation von Thomas Gerwin und Wolfgang Spahn


Sockel 109x50x50 cm mit Rahmen, Milchglas, Beamer, Webcam, 2 Aktiv-Lautsprecher, PC, 2 Funkmodule, 2 Würfel, 2010

(english version)

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foto by Thomas Gerwin

Die Besucher finden eine Art Stehtisch vor, dessen quadratische Tischplatte in der Mitte aus einer halbdurchsichtigen Platte besteht. Auf der Platte sind farbige geometrische Strukturen zu sehen, die sich stetig verändern und bewegen. Das Objekt ist in eine Wolke aus Klang gehüllt.

Auf der Platte liegen zwei Würfel, die bei genauer Betrachtung die Zentren beider optischen Bewegungen auf der Platte bilden. Sobald man/frau die Würfel aufnimmt, verändert sich der Klang zusammen mit den gezeigten optischen Gebilden. Werden nun die Würfel wieder auf die Platte gebracht, entstehen neue Klangkonglomerate und die Strukturen verändern sich wieder. Durch weiteres Würfeln entstehen weitere Veränderungen, man/frau erwürfelt sich eine eigene audiovisuelle Komposition.

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foto by Thomas Gerwin

Die Klänge sind den gewürfelten Zahlenwerten zugeordnet, dem musikalischen System liegt eine eigens für diese Arbeit geschaffene 12-Klang-Reihe zugrunde – wobei es inhärente Verwandtschaften zwischen den Klängen gibt, die z.B. durch nur einen geworfenen Würfel mit der Zahl 2 und zwei Würfeln, die jeweils den Wert 1 zeigen, entstehen. Je näher ein Würfel beim Mittelpunkt des Spielfeldes zum Liegen kommt, um so lauter ist der Klang, je weiter weg vom Zentrum, desto leiser wird er. Jeder Klang hat ein eigenes Parameter-Spektrum sowie unterschiedliche Einschwing-, Dauer- und Ausschwingcharakteristika, sodass sich auch musikalische Dichte, Duktus und die Bewegungsrichtungen in der Abfolge ständig entwickeln.

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foto by Thomas Gerwin

Die visuellen Strukturen sind ebenfalls mit den Würfeln gekoppelt, ein Würfel erzeugt einen sich drehenden Stab, der in seiner Länge, Farbe und Geschwindigkeit variiert wird. Dadurch entstehen farbige Muster auf der Projektionsfläche. Die dem anderen Würfel zugeordnete Struktur ist eine sich drehende Spirale, die sich ebenfalls durch die jeweils gewürfelte Zahl und durch die Position des Würfels auf der Spielfläche verändert. Diese Spirale „löscht“ wiederum die farbigen Muster. Durch dieses ständige Zeichnen und Löschen zweier sich drehenden grafischen Figuren entsteht so eine dynamische Computeranimation. Beim Stab generiert der Würfel durch die geworfene Punktzahl verschiedene Längen und Farben, bei der Spirale entstehen verschieden Grautöne zwischen weiß (Punktzahl 1) und Schwarz (Punktzahl 6).

Durch die gegenseitige Durchdringung der prinzipiell sehr einfachen Steuerungsmechanismen der beiden Würfel und der Parameter der optischen und der auditiven Ebene entstehen vielfältige und sich ständig weiterentwickelnde audiovisuelle Resultate. Die Benutzer generieren beim Würfelspiel immer andere, neue audiovisuelle Kompositionen.

Spiel-Tisch_2

foto by Thomas Gerwin

Die Installation war im Rahmen von ubiquitous oscillations² or about rhythmic structures of media im General Public, Berlin im Januar 2010 zu sehen.

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